Systemisches Denken

versteht sich als eine Haltung, die den Menschen - den "Beobachter" - zum Ausgangspunkt allen Wissens macht und bemüht ist, komplexe Prozesse angemessen, also ohne unzulässige Vereinfachungen zu erfassen.

Systemisches Denken beruht auf den Ergebnissen systemwissenschaftlicher Forschung, wie sie seit einigen Jahrzehnten in allen Wissensgebieten erbracht werden, u.a. Selbstorganisationstheorien, Autopoiese- und Chaostheorie, Kybernetik und Konstruktivismus.

Systemtheoretische Ansätze

kommen zunehmend auch in Medizin, Psychologie und Soziologie zur Anwendung und dienen hier als Grundlage für die Ausarbeitung einer neuartigen Praxis.

Der Mensch wird dabei als soziales Wesen gesehen, das nur aus seiner Eingebundenheit in soziale Prozesse verstanden werden kann. Gleichzeitig sind Menschen aus systemischer Sicht autonome, selbstorganisierende Wesen, die von einer individuellen und im Prinzip undurchschaubaren Eigendynamik geprägt sind.

Die menschlichen Probleme, zu deren Lösung eine Hilfestellung benötigt wird, stellen also soziale Phänomene dar, die nur im Kontext menschlichen Zusammenlebens zu erklären und zu beeinflussen sind.

Systemische Praxis

in Therapie, Beratung, Supervision und Coaching entwickelt Wege der Hilfestellung, die es den Rat- und Hilfesuchenden erleichtern, nützliche Alternativen zu Problemen im Sinne eigener Wünsche und Möglichkeiten zu erarbeiten.

Menschen verfügen in der Regel über alle Fähigkeiten, die sie benötigen, um ihre Probleme selbst zu bewältigen.

Systemische Praxis setzt sich daher das Ziel, den Hilfesuchenden unter Berücksichtigung ihrer besonderen Situation auf möglichst einfache Weise zu helfen, die eigenen Stärken und Ressourcen neu zu entdecken und zu aktivieren.

Systemisch orientierte Hilfestellung bedeutet: Hilfe zur Selbsthilfe!